machine learning nachvollziehen

der bitkom hat eine webinar-reihe “bitkom ai research network” gestartet. der erste beitrag ist vielversprechend:

Tiefe neuronale Netze (Deep-Learning-Algorithmen) sind zu einer Schlüsseltechnologie in Bereichen wie Fertigung, Gesundheitswesen und Finanzen geworden. Denn sie ermöglichen Vorhersagen mit hoher Genauigkeit. Es gibt jedoch viele Szenarien, in denen sehr präzise Vorhersagen allein nicht ausreichen und wo Vertrauen in die Urteilskraft der Algorithmen von entscheidender Bedeutung ist. Kritische Entscheidungen müssen also durch Erklärungen ergänzt werden, damit die Nutzer diese Entscheidungen nachvollziehen können. In diesem Vortrag stellt Prof. Dr.-Ing. Marco Huber, Leiter des Forschungszentrums Cyber Cognitive Intelligence am Fraunhofer IPA, einen praktischen Ansatz zum Extrahieren von Informationen aus neuronalen Netzen vor. Zu diesem Zweck werden einfache Entscheidungsbäume aus trainierten Modellen extrahiert, anhand deren die Entscheidungen der neuronalen Netze erklärt werden können.

das webinar als video gibts hier:

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jfyi: die arktis brennt

ja, richtig gelesen:

Brände in der Arktis sind nicht so ungewöhnlich, wie es auf den ersten Blick scheint – arktische Feuer gibt es jährlich wiederkehrend zwischen Juli und August, denn die Torfböden sind leicht entzündlich. In diesem Jahr brennen die Feuer jedoch schon seit Wochen. Bereits im Juni standen große Flächen in Brand, viel früher als üblich und dazu auch noch deutlich weiter nördlich breiten sich die Feuer dieses Jahr aus. Auch die enorme Ausweitung der Feuersbrünste sei ungewöhnlich: „Die arktischen Feuer im Juni waren beispiellos“, sagte Mark Parrington vom europäischen Mittelfrist-Wettervorhersagezentrum ECMWF (…).

dayum!

quelle: faz.net vom 13. juli 2019.

vortrag zu künstlicher intelligenz von der #ha18 online

auch dieses jahr war ich wieder bei der herbstakademie der deutschen stiftung für recht und informatik (dsri) zu gast. es war wie immer eine hervorragende veranstaltung. ich habe einen vortrag gehalten mit dem titel “künstliche intelligenz – im spannungsfeld von recht und technik”. er ist nun online abrufbar. viel spass beim anschauen. über fragen, anregungen und kritik freue ich mich!

#netzdg

Das Bundesjustizministerium hat einen höchst fragwürdigen Entwurf eines „Netzwerkdurchsetzungsgesetzes” zur Bekämpfung von „Hate Speech” und „Fake News” angekündigt. Der Entwurf ist gestern von Netzpolitik.org geleakt worden (PDF).

Letztlich geht es um die Regulierung von “Hatespeech” und “Fake News”. Der Ansatz ist sicherlich richtig. Im Strafrecht gibt es lange bestehende Vorschriften, die beispielsweise Beleidigung oder Üble Nachrede mit Strafe belegen. Warum also nicht auch spezielle Vorschriften im Internet einführen? (Wobei man auch hier schon zweifeln kann…) Die Umsetzung ist dann allerdings wieder eine andere Sache.

Wichtige Eckpunkte des Gesetzes:

  • Es gilt nur für ein kommerzielles soziales Netzwerk mit mehr als zwei Millionen Nutzern.
  • Offensichtlich rechtswidrige Inhalte sind innerhalb von 24 Stunden zu sperren oder zu löschen.
  • Zuwiderhandlungen können Entwurf zufolge mit Bußgeldern von bis zu fünf Millionen Euro gegen verantwortliche Personen und bis zu 50 Millionen gegen das Unternehmen selbst geahndet werden

Schon hier kann man sich fragen: Kann man daran den Anwendungsbereich ausreichend genau bestimmen? Was ist im Zweifelsfall “offensichtlich” rechtswidrig und aus wessen Sicht beurteilt man das? Sind diese Strafen angemessen und wie setzen sie sich zusammen?

Kollege Simon Assion hat bei Telemedicus einen aufschlussreichen Artikel dazu verfasst. Unter’m Strich sieht die Sache relativ eindeutig grundgesetz- und europarechtswidrig aus. Als nächstes ist der Bundesrat dran, man darf gespannt sein.