Startups: Ist scheitern jetzt gut oder nicht?

Heute steht ein Artikel bei der WiWo. Der Teaser:

Scheitern verdient keinen Applaus
Mit Blick auf die Start-up-Szene in den USA versuchen gerade einige in Deutschland, Unternehmenspleiten in ein positives Licht zu rücken. Das verkennt, dass eine Insolvenz oft riesige Schäden anrichtet.

Der Artikel bezieht sich explizit auf die “Wutrede” des Christian Lindner im Landtag-NRW vor ein paar Wochen:

Man mag von Lindner und der FDP halten, was man will, aber seine Rede enthält viel Wahres. Deshalb scheint der Artikel von Herrn Grupp, laut WiWo immerhin “einer der profiliertesten deutschen Mittelständler”, auch zunächst der viel beschworenen “Kultur des Scheiterns” eher abträglich. Sieht man aber genauer hin, eröffnet sich ein sehr differenziertes Bild:

Diese Thesen halte ich im Grundsatz für sehr gefährlich, weil sie einschließen, dass es gut ist, auch wenn jemand nur aus Gier und Größenwahn handelt.

Wer mit fremden Geld zockt, soll dafür nicht belohnt werden. Das unterschreibe ich. Es ist der Diskussion sicher zuträglich, wenn sich einer der etabliertesten deutschen Mittelständler kritisch zur Thematik äußert.

Andererseits habe ich bisher keinen “Startup”-Gründer kennengelernt, der nicht für seine Idee brannte und sich den Aufwand nur für die (zunächst ja bitterlich unsichere) Fremdkapitalauslese aufgehalst hat – um dann alles hinzuschmeißen und sich zu bereichern.

Die Diskussion um die Kultur des Scheiterns ist richtig und wichtig. Im Endeffekt wird aber die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen.

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