“Mal wieder Berlin” – Verteilung von Startup-Geldern

“42 % aller Start-up-Gelder sammelt mal wieder Berlin ein” – so lautet heute eine Headline zu einem Artikel auf Deutsche Startups. “Mal wieder”. Dass Berlin (ein) Startup-Schwerpunkt nicht nur in Deutschland sondern mittlerweile auch weltweit ist, ist ja nichts Neues.

Nur wenige Zeilen später heisst es dann aber:

Äußerst spannend ist dabei ein Blick auf die geografische Verteilung der vielen Deals, den wir hiermit erneut durchführen. 21 der 50 Deals (und somit nur rund 42 %) haben einen direkten Bezug zu Berlin (…).

Hervorhebung durch mich

Es ist also nicht so, dass Berlin hier das alleinige VC-Mekka ist. Aber wohl offenbar immerhin das Nonplus-Ultra. Und hört man sich um, zumindest hier in Köln, sagen viele Leute dasselbe: Hier fehlt Kapital. Gleichzeitig ist auch Kapital nicht alles, um eine erfolgreiche Startup-Szene gedeihen zu lassen. Und das passiert hier in Köln gerade, wie man es lebhaft miterleben kann. Gründungen und Initiativen und Veranstaltungen und Networking an allen Ecken und Enden – wenn jetzt noch ein paar schöne Deals dazukommen, wird sich auch Köln bald einen respektablen Platz in der Startup-Welt geschaffen haben. Ich persönlich freue mich drauf.

Zeit Online: “Start-up als Jobmotor? Eher nicht.”

Bei Zeit Online kann man einen interessanten Artikel zur Startup-Kultur lesen. Er enthält einige interessante Zahlen und kritische Anmerkungen zur Entwicklung von “Startups als Lifestyle”:

Start-up als Jobmotor? Eher nicht.

Man kann es so sehen: Start-ups erhalten mit ihren Erfindungen auch Arbeitsplätze in den Konzernen. Schließlich sind Innovationen das zweite Kriterium, das die Start-ups von Ich-AGs oder Großunternehmen unterscheiden soll. Nur: Wirkliche Innovationen, also Hightechgründungen, sind in Hamburg und deutschlandweit die Ausnahme. In der Regel ist mit Innovation nur eine neue Art des Geldverdienens gemeint: online statt offline.

Zum Artikel bei Zeit Online.

Startups: Ist scheitern jetzt gut oder nicht?

Heute steht ein Artikel bei der WiWo. Der Teaser:

Scheitern verdient keinen Applaus
Mit Blick auf die Start-up-Szene in den USA versuchen gerade einige in Deutschland, Unternehmenspleiten in ein positives Licht zu rücken. Das verkennt, dass eine Insolvenz oft riesige Schäden anrichtet.

Der Artikel bezieht sich explizit auf die “Wutrede” des Christian Lindner im Landtag-NRW vor ein paar Wochen:

Man mag von Lindner und der FDP halten, was man will, aber seine Rede enthält viel Wahres. Deshalb scheint der Artikel von Herrn Grupp, laut WiWo immerhin “einer der profiliertesten deutschen Mittelständler”, auch zunächst der viel beschworenen “Kultur des Scheiterns” eher abträglich. Sieht man aber genauer hin, eröffnet sich ein sehr differenziertes Bild:

Diese Thesen halte ich im Grundsatz für sehr gefährlich, weil sie einschließen, dass es gut ist, auch wenn jemand nur aus Gier und Größenwahn handelt.

Wer mit fremden Geld zockt, soll dafür nicht belohnt werden. Das unterschreibe ich. Es ist der Diskussion sicher zuträglich, wenn sich einer der etabliertesten deutschen Mittelständler kritisch zur Thematik äußert.

Andererseits habe ich bisher keinen “Startup”-Gründer kennengelernt, der nicht für seine Idee brannte und sich den Aufwand nur für die (zunächst ja bitterlich unsichere) Fremdkapitalauslese aufgehalst hat – um dann alles hinzuschmeißen und sich zu bereichern.

Die Diskussion um die Kultur des Scheiterns ist richtig und wichtig. Im Endeffekt wird aber die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen.